Klang meines Körpers

dav„Egal, was du hast, wie tief du unten bist, es gibt immer Hilfsmöglichkeiten! Du musst sie kennen und du musst sie annehmen!“ Diese Aussage bringt Menschen mit Essstörungen weiter und ist die zentrale Botschaft der Ausstellung „Klang meines Körpers“. Essstörungen spielen in unserer Gesellschaft eine immer größere Rolle, da fast jedes dritte Mädchen zwischen 14-27 Jahren ein auffälliges Essverhalten zeigt, obwohl inzwischen auch immer öfter Jungs betroffen sind. Da diese Problematik so weit verbreitet ist, befasste sich der Arbeitskreis „Gesundheitsförderung und Prävention“ der Gesundheitsregion plus Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen mit diesem Thema in einer Ausstellung, die in den Räumen des Deutschen Vereins für Gesundheitspflege (DVG) präsentiert wurde. Die Ausstellung wurde durch Reden von Landrat Wägemann, Bürgermeister Fitz, Frau Alscher vom DVG und Frau Silbereisen von der Geschäftsstelle der Gesundheitsregion plus eröffnet. Dabei wurde erläutert, dass es für den Landkreis sehr wichtig sei, ein vielfältiges und therapeutisches Angebot anzubieten. Es gibt gelegentlich auch das Problem, dass Ärzte zu wenig informiert sind und die Betroffenen zu spät Hilfe finden. Deshalb will der Landkreis mit dieser Ausstellung sowie einem zum Thema passenden Theaterstück hier präventiv tätig werden. Des Weiteren ist das Ziel dieser Ausstellung Eltern, Jugendliche, aber auch andere Familienangehörige zu sensibilisieren, die Erkrankung rechtzeitig erkennen. Damit diese dann auch wissen, wohin sie sich wenden können, wird über die Hilfsangebote informiert und der neue kreative Therapieansatz erläutert.

In der Ausstellung erzählen fünf betroffene Mädchen und ein Junge, wie sie die Magersucht besiegt haben. Der Innenkreis der Ausstellung handelt von den Gedanken und Gefühlen der Betroffenen. Dies haben sie in ihrer Therapie auf verschiedene kreative Weisen umgesetzt, wie zum Beispiel durch Musik, die ihre Gefühle beschreibt, Schatzkisten und Collagen. Im Außenkreis werden die Auslöser und Hilfsmöglichkeiten bei Essstörungen erklärt, zusätzlich gibt es noch eine Tafel auf der „Essstörungen bei Jungen“ thematisiert werden, da auch immer mehr Jungen betroffen sind. Deshalb sollte dieses Thema nicht als „Frauensache“ gesehen werden. Das Wichtigste an der Ausstellung war jedoch die potentiell Betroffenen auf dieses Thema aufmerksam zu machen. Daher konnten Schulklassen sich mit den zur Schau gestellten Arbeiten auseinandersetzen. Anschließend bekamen sie die Aufgabe, Fragen zum Thema Magersucht zu beantworten. Doch leider wurde die Thematik, vor allem von Jungs, nicht immer ernst genommen, was auch daran Interessierte teilweise ablenkte. Vielleicht hätten hier noch mehr auf Jungen zugeschnittenen Aspekte behandelt werden müssen. Abschließend muss jedoch gesagt werden, dass diese Ausstellung vielen eine neue Perspektive auf das Thema ermöglichte und hoffentlich dazu beiträgt, Betroffenen rechtzeitig zu helfen.

Emma K.

dav

 

 

Girls`Day

„Was macht eigentlich eine Industriemechanikerin?“ oder „Was ist eine duale Ausbildung?“ mit diesen Fragen beschäftigten sich die Mädchen die am 26.04.2018 beim Girls` Day  im bfz in Weißenburg waren.

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde, in der jeder seinen Berufswunsch äußerte, stellten uns die Sozialpädagogin Frau Eberle und der Werkstattleiter Herr Müller die Berufe Fachkraft für Metalltechnik und Industriemechaniker vor. Beide Berufe haben eine ähnliche Aufgabe, nämlich die Arbeit an und Wartung von Maschinen. Der Beruf des Industriemechanikers ist jedoch angesehener, da die Ausbildung fast doppelt so lange dauert, wie die einer Fachkraft für Metalltechnik. Für beide Berufe muss man eine duale Ausbildung machen, das bedeutet, dass man sowohl im Betrieb als auch in der Berufsschule ausgebildet wird. Die praktischen Elemente überwiegen, der theoretische Teil findet vorwiegend in der Berufsschule statt. Während dieser Zeit bekommt man auch schon etwas bezahlt.

Danach haben wir uns einem Projekt in der Werkstatt gewidmet. Wir haben nämlich einen kleinen Schmuckbaum selbst gebaut, wofür wir zuerst Löcher in einen vorgefertigten „Baumstamm“ bohren und sowohl in die Grundplatte als auch in diese Löcher ein Gewinde schneiden sollten und zuletzt nur noch alles zusammenbauen mussten. Damit war die Veranstaltung auch schon fast zu Ende, während wir uns noch mit einem kleinen Imbiss stärkten, sprachen wir darüber, was uns an dem heutigen Tag gefallen hat und was man hätte besser machen können.

Emma K.

Frankn lichd nedd am Meer

Das ist der Titel eines Buches von Helmut Haberkamm, der am 20.02.2018 an unsere Schule kam. In der 3. und 4. Stunde erzählte der ehemalige Lehrer  den 8. Klässlern Geschichten aus seinem Leben und las ein paar seiner Gedichte vor.

Neben Erzählungen aus seiner Jugend erklärte er auch Besonderheiten der Mundart. Zum Beispiel, dass Fränkisch weniger Silben hat, emotionaler ist und musikalischer klingt, weshalb er auch der Meinung ist, dass es besser zum Übersetzen von englischen Song-Texten geeignet ist, als klassisches Deutsch. Außerdem haben Dialektwörter oft eine hintergründigere Bedeutung. Der Begriff „Polandi“ stammt aus dem 19. Jahrhundert und bedeutet Diener, da zu dieser Zeit viele italienische Aushilfsarbeiter in Deutschland am Eisenbahnnetz gearbeitet haben, die beleidigend als Polenta-Esser bezeichnet wurden.

Im zweiten Teil seines Vortrags las er einige seiner Gedichte vor, die sich auf, auch traurige, Geschichten aus seiner Kindheit beziehen. In einem davon ging es um eine Geschichte aus seinem Heimatdorf „Dachsbach“. Dort lebte ein Mädchen, dessen Vater ein Gasthaus betrieb, diese lernte einen Jungen kennen, welcher als Helfer auf einer Baustelle arbeitete, aber der Vater wollte, dass seine Tochter einen Mann heiratet, der mehr Geld verdient. Wenige Tage später fand man diesen Jungen tot auf der Baustelle, auf der er gearbeitet hatte. Bis heute weiß man immer noch nicht, wer diesen Jungen damals getötet hat, die meisten Leute glauben natürlich, dass es der der Vater des Mädchens war, was jedoch keiner ausspricht. In dem Dorf gab es auch ein Kriegerdenkmal, auf dem alle Einwohner, die im 2. Weltkrieg gefallen sind, verewigt wurden. Unter ihnen sind auch einige Jugendliche, da der Armee zu dieser Zeit Kämpfer fehlten und sie deshalb auch schon 16-jährige in den Krieg schickten. Hiervon handelt ein weiteres von Haberkamms Gedichten. Er selbst hatte nämlich große Angst davor, dass er in einen Krieg geschickt werden könnte, weshalb er Zivildienst leistete – ganz in unserer Nähe:  im Internat Knabenchors in Windsbach. Um die Stimmung wieder ein wenig aufzulockern trug er uns anschließend ein Gedicht aus dem Bereich Technik vor, das sehr zweideutig klang.

Der gesamte Vortrag war geprägt durch diesen Wechsel von interessanten sowie lehrreichen Aspekten mit witzigen Anekdoten.

Emma K.

 

 

Gegen das Vergessen hilft nur die Erinnerung Gerd Berghofer mit den „Verbrannten Dichtern“ am SMG

 

„Wenn Bücher brennen, dann dauert es nicht mehr lange bis auch Menschen brennen“

Ein deutscher Autor ist in seinem Heimatland durch seine Bücher bekannt geworden. Das junge 20. Jahrhundert bricht an, die Nazis kommen an die Macht. Eine Zeit der Verbote und der Verfolgung bricht an. Die Bücher des Autors werden verboten, da sie nicht den nationalsozialistischen Werten entsprechen. Um nicht im KZ zu landen, flieht er nach Amerika. Der Sprache nicht mächtig kann er sich kaum ein neues Leben dort aufbauen. Am Tag arbeitet er in einer Fabrik, in der Nacht schreibt er. Das Ende des 2. Weltkriegs ist gekommen, froh kehrt er wieder in seine Heimat zurück und sucht seinen Verleger auf. Dieser ist aber im KZ umgekommen. Die jetzigen Verleger kennen ihn nicht, da seine Werke verbannt wurden und sie haben auch kein Interesse an ihm und Büchern eines Verfolgten. Aus Geldnot muss er sich eine einfache Arbeit suchen. Die Nazis haben ihr Ziel erreicht, sie haben seine Lebensgrundlage und seine Werke ausgelöscht.

Mit dieser Geschichte legte uns der freie Schriftsteller und Rezitator Gerd Berghofer dar, welche Auswirkungen die Bücherverbrennungen im Dritten Reich mit sich brachten. Wie jedes Jahr besuchte er die Schüler der 10. Klassen des Simon-Marius-Gymnasiums, um ihnen etwas über „Verbrannte Dichter“ zu erzählen. Was er, wie er sagt, nicht als seine Pflicht sieht, sondern was eine Leidenschaft von ihm ist.

Er begann mit einer Vorstellung seiner Person, um dann zum eigentlichen Thema überzuleiten, die Bücherverbrennungen während der Zeit des nationalsozialistischen Regimes, was aber nicht heißt, dass das Thema nicht auch brandaktuelle ist, denn immer noch werden in der Welt Bücher kritischer bzw. missliebiger Autoren verboten. Eine Information, die im Gedächtnis blieb, war, dass diese Aktionen nicht von ungebildeten Menschen durchgeführt wurden, sondern aus den Häusern der Bildung heraus initiiert wurden. Viele der Brandstifter waren Studenten. Anhand einer Geschichte verdeutlichte er die großen Auswirkungen dieser Verbote für die Autoren: Beraubung der Existenzgrundlage, Haft im KZ, Flucht bzw. Exil und sogar Freitod. Um den Ablauf der Bücherverbrennungen zu veranschaulichen, las er Feuersprüche von damals vor. In diesen zwei Schulstunden brachte er uns insgesamt sechs „verbrannte Dichter“ näher, indem er den Lebenslauf jedes einzelnen von ihnen erzählte und auch jeweils einen Auszug aus dessen Werk vortrug. Darunter befand sich auch Erich Kästner, der uns wohl bekannteste, dessen Werk „Kennst du das Land wo die Kanonen blüh´n“ er eindrucksvoll rezitierte. Wir erfuhren auch, dass er der einzige war, der bei der Verbrennung seiner Bücher „live“ dabei war. Auch Erich Mühsam, einer der führenden Köpfe der Münchner Räterepublik, wurde ausführlich besprochen und sein „Der Revoluzzer“ vorgetragen. Doch damals brannten nicht nur die Werke von männlichen Schriftstellern, sondern zum Beispiel auch die von Else Lasker-Schüler. Deren schillernde Persönlichkeit wie auch ihr Leben Berghofer anschaulich und voll Einfühlungsvermögen darbot. Seinen Vortrag beendete er mit dem Zitat „Wenn Bücher brennen, dann dauert es nicht mehr lange bis auch Menschen brennen“ von Heinrich Heine, das dieser bereits 1821 schrieb und das einen großen Eindruck bei den Schülern hinterließ. Bei der nachträglichen Besprechung im Unterricht, kamen wir zu dem Schluss, dass dieser Vortrag ein Gewinn für die Schüler ist und ihn auf alle Fälle auch künftigen Schüler hören sollten. Zum einen weil die packende Vortragsweise eine Abwechslung zum normalen Unterricht bietet und zum anderen weil das Thema es verdient. In einem Punkt waren sich alle einig: Diese Ereignisse sollen sich nie mehr wiederholen.

xL

„Der Schatz von Joharan“ – Puppentheater der P-Seminare Deutsch und Kunst

Ohne Smartphones, Laptops oder Tablets fühlen sich junge Menschen heutzutage von der Welt abgeschieden. Sie wissen nicht, wie sie sich die Zeit anderweitig vertreiben sollen. Kaum jemand würde mehr auf die Idee kommen, sich vor dem Kamin sitzend Märchen zu erzählen. Aber was tun, wenn beispielsweise der Zug unerwartet Verspätung hat und der Akku mal wieder leer ist? Eine solche Situation haben die Schülerinnen des P-Seminars Deutsch am Simon-Marius-Gymnasium als Einstieg genommen, um ein beeindruckendes Puppenspiel in Anlehnung an die Märchen aus 1001 Nacht zu verfassen und inszenieren. Die Puppen, Requisiten und auch Bühnenbilder wurden vom P-Seminar Kunst entworfen und gestaltet. Nach einjähriger Vorbereitungszeit unter Anleitung der Lehrerinnen Frau Altmann (Kunst) und Frau Seidenath (Deutsch) wurde „Der Schatz von Joharan“ nun eine Woche lang vor insgesamt ca. 350 Grundschülern aus den benachbarten Schulen vorgeführt.

 

Das Spiel beginnt vor der Bühne: Ein Mädchen, dessen Handy-Akku gerade leer geworden ist, und eine Frau aus dem Orient warten zusammen auf den gleichen Zug, der jedoch laut Ankündigung über eine Stunde Verspätung haben wird. Nach anfänglichem Desinteresse lässt sich das Mädchen dazu überreden, einer Geschichte der Frau zuzuhören, woraufhin das Puppenspiel beginnt. Im Laufe des Stücks wird die Geschichte immer wieder von den beiden auf humorvolle und charmante Art unterbrochen, um über den bisherigen Verlauf zu diskutieren und das Publikum miteinzubeziehen. Das Märchen selbst handelt von einem gierigen Sultan im fernen Morgenland, welchem nur noch ein einziger Schatz zum unermesslichen Reichtum fehlt. Diesen kann er jedoch nur bekommen, wenn er ein ihm gestelltes Rätsel löst, wie es sich für ein Märchen aus 1001 Nacht eben gehört. Da ihm dies aber nicht möglich ist, lässt er die Aufgabe im ganzen Reich verkünden und verspricht dem, der das Rätsel löst, Belohnung. Kasima, eine junge Frau, kennt die Lösung, woraufhin ihr Ziehvater Nuri in den Palast des Sultans geht, um die Belohnung zu erhalten. Doch der durchtriebene Sultan erkennt, dass der arme Töpfer niemals allein die Aufgabe gelöst haben kann und findet heraus, dass es dessen Adoptivtochter Kasima war, weshalb er sie zur Frau nehmen will, um endlich den Schatz zu erlangen. Diese hat jedoch in der Zwischenzeit den Reiter Ibrahim getroffen und sich in ihn verliebt. In einem spannenden Kamelrennen zwischen dem Sultan und dem Reiter, das mit Lichtern und Musik toll untermalt wurde, entscheidet sich schließlich, wer Kasima zur Frau nehmen darf. Es gewinnt der Reiter, der auch versteht, dass Kasima selbst der wahre Schatz ist. Um das Happy End perfekt zu machen, entpuppt sich Ibrahim schließlich noch als Prinz.

Die Puppen, Requisiten sowie das Bühnenbild wurden allesamt in mühevollster Kleinarbeit und mit viel Liebe zum Detail und kreativen Ideen von den Teilnehmern des P-Seminares Kunst gestaltet, welche mit ihrer Arbeit vollkommen überzeugten.

In insgesamt sechs Vorstellungen, die jeweils über eine Stunde dauerten, schafften es die Zwölftklässlerinnen mit dem selbstgeschriebenen Puppenspiel jedes Mal, die volle Aufmerksamkeit der jungen Zuschauer zu erlangen und sie begeistert miteifern zu lassen. So wiegten sie sich zur orientalischen Musik, feuerten den Prinzen beim Kamelrennen an und buhten den Sultan aus. Auf die Frage hin, was für die jungen Zuschauer denn der größte Schatz sei, antwortete am Schluss niemand mehr mit „Handy“ oder „Computer“. Stattdessen war die Rede von Familie, Freunden und Liebe, was die anwesenden Lehrer dann doch erstaunte. Beim anschließenden Blick hinter die Bühne konnten sie Fragen stellen und die Spielerinnen kennen lernen. Ihre Rückmeldungen zeigten, wie aufmerksam sie zugesehen und gehört hatten: „Es war cool mit den Lichterketten, dass die Farbe sich immer geändert hat“, „Mir hat gefallen, dass das Märchen völlig neu war“, „Die Puppen waren schön und ich fand’s lustig, wie sie sich bewegt haben“, „Ich fand das Kleid von Kasima schön“.

Für die Abiturientinnen lässt sich ihr Projekt, in das eine Menge Zeit und Kraft investiert wurde, als voller Erfolg verbuchen. Die begeisterten Schüler und Schülerinnen, die mit strahlenden Augen die Aula des SMG verließen, waren Anerkennung genug für die Mühen.

 

Alicia Stieglitz und Lisa Conrad