Schule mal anders

Am Mittwoch und Donnerstag sitzen die Schüler des SMG nicht wie sonst in ihren Klassenzimmern, sondern wandern zu ganz unterschiedlichen Räumen und Hallen, denn es sind Projekttage. Die Schüler konnten sich bereits vor Wochen für ein Projekt eintragen, an dem sie teilnehmen wollten. Die Projekte sind vorwiegend sportlicher oder kreativer Art und werden sowohl von Schülern als auch von Lehrern geleitet. In den einzelnen Projekten kommen Schüler verschiedener Jahrgangsstufen zusammen und basteln, schneidern, backen, malen oder lernen Techniken der Selbstverteidigung und Taekwondo, Sindarin – die Sprache der Hochelben –  wie auch die Grundlagen der molekularen Küche oder studieren eine Hip-Hop-Choreographie ein. Auch sonst verlaufen die Schultage anders als sonst: Pausen werden je nach Bedarf gemacht, manche Projekte finden außerhalb der Schule statt – auf der Tennisanlage des FC Gunzenhausen, dem Sportplatz des TV Gunzenhausen sowie im Schwimmerbecken und auf dem Beachvolleyballfeld des Freibads -, Schüler laufen durch die Gebäude – allein oder in Gruppen – mit Fotoapparaten oder Stiften und Papier  ausgestattet. Letztere werden hier in der Pusteblume von ihren Eindrücken berichten und Fotos aus den Projekten präsentieren. „Schule mal anders“ weiterlesen

Die Projekte

Nr. Projektname Projektbeschreibung
1 Wandgestaltung zwischen Musikbau und Haus B

Fester Teilnehmerkreis

Tontrennungen (vgl. Banksy) von verschiedenen Motiven wurden bereits letztes Jahr von den teilnehmenden Schüler/innen entworfen. Diese werden als Malereien oder in Schablonen-Spraytechnik auf die Wand übertragen.
2 Masken – modellieren und gestalten Erstellen von Masken in Annäherung an venezianische Faschingsmasken
3 Filmische Dokumentation der Projekttage Es sollen ein oder mehrere kurze Filme über die Projekttage entstehen.
4 Dokumentation der Projekttage in der Schülerzeitung Die Teilnehmer besuchen die verschiedenen Projekte und schreiben im Anschluss kurze Berichte, Reportagen oder auch Stimmungsbilder, von denen ein Teil in der Schülerzeitung Pusteblume, ein anderer am Schulfest veröffentlicht wird (Form wird noch besprochen)
5 Tischtennis Teilnehmer werden in die Grundlagen des Tischtennis eingeführt, lernen Spielregeln kennen und üben Schlagtechniken
6 Selbstverteidigung Tae-Kwon-Do und Jujutsu als Selbstverteidigungssport                                     Mittels Theorie, Techniken und Spielen sollen diese beiden Arten des Kampfsportes vorgestellt werden.
7 Kampfkunst Taekwondo Einblick in die verschiedenen Disziplinen der Kampfsportart Taekwondo mit dem Schwerpunkt Selbstverteidigung.
8 DFB Fußball-Abzeichen Welcher Fußballer möchte nicht wissen, wie stark seine individuellen Fähigkeiten wirklich sind? Sicher: Fußball ist eine Mannschaftssportart, das Team ist der Star. Und doch will jeder seine eigenen Stärken und Schwächen kennen.
9 Einradfahren für Anfänger und Fortgeschrittene Anfänger bekommen die Möglichkeit, das Einradfahren zu erlernen. Weiterhin werden verschiedene Tricks auf dem Einrad gezeigt und eingeübt. Eventuell kann am Ende eine kleine Choreographie einstudiert werden.
10 Hip-Hop auch für Anfänger/innen Nach dem Erlernen und Einüben von Grundschritten werden zunächst kleine Bewegungsabläufe, im Anschluss daran eine Choreographie einstudiert.
11 Zumba Nachdem die wichtigen Grundschritte erlernt und einstudiert sind, wagen sich die Teilnehmer an ihre erste Choreographie, deren Schwierigkeitsniveau im weiteren Verlauf gesteigert werden kann.
12 Tennis für Anfänger Teilnehmer werden in die Grundlagen des Tennis eingeführt, lernen Spiel- und Platzregeln kennen, üben verschiedene Techniken und Schlagen im Feld mit Zuspiel.
13 Erste Hilfe                    Beschränkter Teilnehmerkreis Besuch einer integrierten Rettungsleitstelle (Sicherheitsbereich) und Vortrag zur Notfallseelsorge in Bayern.
14 Wohnung für unsere gefiederten Freunde Schüler erarbeiten, welche einheimischen Vögel mit Nisthilfen unterstützt werden können, und bauen Kästen. Jede(r) baut eine Nisthilfe für sich und eine zum Verkauf beim Schulfest.
15 Sindarinkurs und Silmarillion Zusammenfassung des Silmarillions und Näherbringen der Sprache Sindarin. Das Silmarillion ist eine Sammlung unvollendeter Werke J. R. R. Tolkiens und bildet die Vorgeschichte zu Tolkiens großen Romanen Der Hobbit und Der Herr der Ringe. Sindarin ist eine der bekanntesten fiktionalen Sprachen, die in Tolkiens Erzählungen über die von ihm erdachte Welt Mittelerde von den Elben gesprochen werden.
16 Backen und Backvideos Im Rahmen des Projektes sollen Kekse, Muffins und trockene Kuchen gebacken werden, um sie am Schulfest zu verkaufen (Erlös einem guten Zweck spenden). Diese Backprozesse sollen mit Hilfe von Videos festgehalten, von Schülern moderiert und selbst angeleitet werden.
17 Umwelt – LBV Am ersten Tag werden praktische Untersuchungen am Altmühlsee durchgeführt. Am zweiten Tag geht es am SMG um das Thema „Virtuelles Wasser“ – z.B. wieviel Wasser „steckt“ in einem T-Shirt.
18 Gunzenhausen einst und jetzt Nach einer Auswahl geeigneter Motive zu Gunzenhausen werden diese vor Ort fotografiert und mit Fotos von einst verglichen. Im Anschluss daran soll eine Collage dazu erstellt werden.
19 Molekulare Küche Erproben verschiedener Rezepte auf der Basis der molekularen Küche.
20 Nähkurs Erlernen der Grundlagen des Nähens, selbstständiges Herstellen von kleinen Taschen etc.
21 Schmuck und Schlüsselanhänger selber machen Herstellen einer Kette, eines Armbandes, Ohrringe oder Schlüsselanhänger. Gearbeitet wird mit verschiedensten Perlen und Bändern.
22 Origami und Loom-Bänder Teilnehmer erlernen verschiedene Falttechniken für Origami-Figuren und stellen Loom-Bänder her.
23 Survival-Training Training zur Steigerung der Überlebenschancen in Notsituationen (z.B. wie baue ich ein Lager? wie stelle ich Feuer her? Was mache ich bei einer Verletzung?)
24 SMG-Song komponieren Komponieren und Einstudieren eines SMG-Songs.
25 Bau eines Solarofens Anhand einer Bauanleitung soll ein Solarofen hergestellt werden. Bei hoffentlich sonnigem Wetter wird der Ofen im Freien aufgebaut und getestet, indem einfache Speisen, wie z. B. Kartoffeln gebacken werden.
26 Guerilla Art Als Guerilla Art bezeichnet man verschiedene, nichtkommerzielle, aber legale Formen von Kunst im öffentlichen Raum, die nach der Absicht der Verursacher durchaus dauerhaft dort verbleiben sollten. Ein momentan sehr verbreitetes Phänomen ist das Guerilla Stricken, bei dem Bäume, Säulen etc. eingestrickt werden.
27 Sportabzeichen Abnahme des Sportabzeichens. Es können nur ausgewählte Übungsformen aus     

  1. der Leichtathletik (800m Lauf, Schlagball,     Kugelstoßen, Standweitsprung, Sprint,   Hochsprung, Weitsprung)                
  2. dem Schwimmen (25m, 200m, 400m, Überprüfung der Grundfertigkeiten)  angeboten werden  
  3. in Ausnahmefehlen kann eine Übungsform durch Seilspringen ersetzt werden
Beachvolleyball

erst ab 6. Klasse möglich

Erlernen und Einüben von Beachvolleyball-Techniken, sowie das Verfassen eines Turnierplans und Durchführung eines Turniers mit Siegerehrung am Schulfest
29 Boshi-Mützen & Co. Häkeln Einführung in die grundlegende Technik und Erklärung der wichtigsten Maschen, um im Anschluss daran Mützen, Schals, etc. zu häkeln
30 Kreative Umsetzung von Ovids Metamorphosen Teilnehmer setzen eine oder mehrere Metamorphosen kreativ um (Fotostory, Schattenspiel, Theater im Schuhkarton). Die genaue Umsetzung des Projekts soll gemeinsam mit den Schülern festgelegt werden.
31 Töpferkurs Wir wollen mit dem Werkstoff Ton erste oder weitere Erfahrungen machen und dabei Gebrauchsgegenstände oder Deko-Artikel herstellen, die sich auch gut zum Verschenken eignen. Auf Wünsche und Anregungen sowie kreativen Erfindergeist der Schülerinnen und Schüler wird eingegangen werden.
32 Miniaturmalen Teilnehmer werden in die Grundlagen des Miniaturmalens eingeführt, lernen verschiedene Bemaltechniken kennen und führen diese praktisch durch. Ziel: Erstellung eines Dioramas zum Thema „Helle und dunkle Seiten“ des 17. Jahrhunderts
33 Schafkopf Grundkurs Nach einer kurzen Information über die historische Entstehung des Schafkopfs werden Grundlagen und Spielweisen vermittelt, die in einem Probeturnier getestet werden können.
34 Fotografie-Kurs und Fotodokumentation der Projekttage Zuerst machen die Teilnehmer Fotos von selbstgewählten Motiven, dann Besprechung der Fotos und Tipps, anschließend fotografieren sie bei den Projekten (Veröffentlichung in der Schülerzeitung)

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Projekttage 2016

Liebe Schülerinnen und Schüler,

vorab möchten wir uns bei allen ganz herzlich bedanken, die Projektideen eingereicht und die Bereitschaft gezeigt haben, ein Projekt zu leiten. Leider können wir aus verschiedenen Gründen – nicht ausreichende Anzahl an Sporthallen, zu hohe Kosten etc. – nicht alle Vorschläge berücksichtigen. Bitte nicht enttäuscht sein, wenn es dieses Jahr nicht geklappt hat mit eurem Projekt, vielleicht können wir es bei anderer Gelegenheit durchführen!

Hier findet ihr die Liste mit den Projekten, die zur Wahl stehen. Es wird allerdings nicht möglich sein, dass jeder sich bei seinem Wunschprojekt eintragen kann, da die Teilnehmerzahlen der einzelnen Projekte begrenzt sind.

Wir haben uns ein Wahlverfahren überlegt, von dem wir glauben, dass es sowohl gerecht als auch einigermaßen leicht umsetzbar ist. Im Einzelnen wird die Wahl so ablaufen:

  • Vom 9. bis 11. Mai 2016 wird die Projektübersicht in allen Klassen ausgehängt.
  • Dann habt ihr Zeit euch zu überlegen, welches Projekt ihr wählen wollt. Denkt aber daran, auch gleich ein zweites oder sogar drittes Projekt auszuwählen, falls euer Wunschprojekt bereits voll sein sollte, wenn ihr an der Reihe seid!
  • Die 5. Klassen haben aus begreiflichen Gründen die erste Wahl.
  • Die Reihenfolge, in der die anderen Klassen sich für die Projekte eintragen, wird ausgelost.
  • Nach den Pfingstferien könnt ihr euch dann in der ausgelosten Reihenfolge in die Teilnehmerlisten eintragen.
  • Bitte tragt euch nur in die freien Felder ein! Zusätzliche Eintragungen müssen wir streichen und anders zuteilen. Auch darf jeder nur sich selbst und keinen anderen eintragen!

Wir hoffen, dass diese Durchführung klappt und es zu keinen Schwierigkeiten kommt.

Wenn es noch Fragen geben sollte, könnt ihr euch gerne an die Mitglieder des AKs Schulleben (Fr. Bickel, Fr. Bischof, Fr. Ebert, H. Franz, Fr. Krebs, Fr. Lenk, Fr. Rudolf, Fr. Schaller, Fr. Schreiber, Fr. Seidenath) wenden.

Wir wünschen uns allen sportliche, kreative und abwechslungsreiche Projekttage!

Euer AK Schulleben

 

Gegen das Vergessen hilft nur die Erinnerung Gerd Berghofer mit den „Verbrannten Dichtern“ am SMG

 

„Wenn Bücher brennen, dann dauert es nicht mehr lange bis auch Menschen brennen“

Ein deutscher Autor ist in seinem Heimatland durch seine Bücher bekannt geworden. Das junge 20. Jahrhundert bricht an, die Nazis kommen an die Macht. Eine Zeit der Verbote und der Verfolgung bricht an. Die Bücher des Autors werden verboten, da sie nicht den nationalsozialistischen Werten entsprechen. Um nicht im KZ zu landen, flieht er nach Amerika. Der Sprache nicht mächtig kann er sich kaum ein neues Leben dort aufbauen. Am Tag arbeitet er in einer Fabrik, in der Nacht schreibt er. Das Ende des 2. Weltkriegs ist gekommen, froh kehrt er wieder in seine Heimat zurück und sucht seinen Verleger auf. Dieser ist aber im KZ umgekommen. Die jetzigen Verleger kennen ihn nicht, da seine Werke verbannt wurden und sie haben auch kein Interesse an ihm und Büchern eines Verfolgten. Aus Geldnot muss er sich eine einfache Arbeit suchen. Die Nazis haben ihr Ziel erreicht, sie haben seine Lebensgrundlage und seine Werke ausgelöscht.

Mit dieser Geschichte legte uns der freie Schriftsteller und Rezitator Gerd Berghofer dar, welche Auswirkungen die Bücherverbrennungen im Dritten Reich mit sich brachten. Wie jedes Jahr besuchte er die Schüler der 10. Klassen des Simon-Marius-Gymnasiums, um ihnen etwas über „Verbrannte Dichter“ zu erzählen. Was er, wie er sagt, nicht als seine Pflicht sieht, sondern was eine Leidenschaft von ihm ist.

Er begann mit einer Vorstellung seiner Person, um dann zum eigentlichen Thema überzuleiten, die Bücherverbrennungen während der Zeit des nationalsozialistischen Regimes, was aber nicht heißt, dass das Thema nicht auch brandaktuelle ist, denn immer noch werden in der Welt Bücher kritischer bzw. missliebiger Autoren verboten. Eine Information, die im Gedächtnis blieb, war, dass diese Aktionen nicht von ungebildeten Menschen durchgeführt wurden, sondern aus den Häusern der Bildung heraus initiiert wurden. Viele der Brandstifter waren Studenten. Anhand einer Geschichte verdeutlichte er die großen Auswirkungen dieser Verbote für die Autoren: Beraubung der Existenzgrundlage, Haft im KZ, Flucht bzw. Exil und sogar Freitod. Um den Ablauf der Bücherverbrennungen zu veranschaulichen, las er Feuersprüche von damals vor. In diesen zwei Schulstunden brachte er uns insgesamt sechs „verbrannte Dichter“ näher, indem er den Lebenslauf jedes einzelnen von ihnen erzählte und auch jeweils einen Auszug aus dessen Werk vortrug. Darunter befand sich auch Erich Kästner, der uns wohl bekannteste, dessen Werk „Kennst du das Land wo die Kanonen blüh´n“ er eindrucksvoll rezitierte. Wir erfuhren auch, dass er der einzige war, der bei der Verbrennung seiner Bücher „live“ dabei war. Auch Erich Mühsam, einer der führenden Köpfe der Münchner Räterepublik, wurde ausführlich besprochen und sein „Der Revoluzzer“ vorgetragen. Doch damals brannten nicht nur die Werke von männlichen Schriftstellern, sondern zum Beispiel auch die von Else Lasker-Schüler. Deren schillernde Persönlichkeit wie auch ihr Leben Berghofer anschaulich und voll Einfühlungsvermögen darbot. Seinen Vortrag beendete er mit dem Zitat „Wenn Bücher brennen, dann dauert es nicht mehr lange bis auch Menschen brennen“ von Heinrich Heine, das dieser bereits 1821 schrieb und das einen großen Eindruck bei den Schülern hinterließ. Bei der nachträglichen Besprechung im Unterricht, kamen wir zu dem Schluss, dass dieser Vortrag ein Gewinn für die Schüler ist und ihn auf alle Fälle auch künftigen Schüler hören sollten. Zum einen weil die packende Vortragsweise eine Abwechslung zum normalen Unterricht bietet und zum anderen weil das Thema es verdient. In einem Punkt waren sich alle einig: Diese Ereignisse sollen sich nie mehr wiederholen.

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