Projekttage 2019

Die Schülerzeitung berät momentan darüber, welches Projekt wir anbieten wollen. Wir dachten uns, dass wir euch nach eurer Meinung fragen könnten. Wenn ihr mitbestimmen wollt, klickt bitte eines der unten genannten Projekte an, an dem ihr am ehesten teilnehmen würdet bzw. das ihr am liebsten am Schulfest sehen würdet.

Klang meines Körpers

dav„Egal, was du hast, wie tief du unten bist, es gibt immer Hilfsmöglichkeiten! Du musst sie kennen und du musst sie annehmen!“ Diese Aussage bringt Menschen mit Essstörungen weiter und ist die zentrale Botschaft der Ausstellung „Klang meines Körpers“. Essstörungen spielen in unserer Gesellschaft eine immer größere Rolle, da fast jedes dritte Mädchen zwischen 14-27 Jahren ein auffälliges Essverhalten zeigt, obwohl inzwischen auch immer öfter Jungs betroffen sind. Da diese Problematik so weit verbreitet ist, befasste sich der Arbeitskreis „Gesundheitsförderung und Prävention“ der Gesundheitsregion plus Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen mit diesem Thema in einer Ausstellung, die in den Räumen des Deutschen Vereins für Gesundheitspflege (DVG) präsentiert wurde. Die Ausstellung wurde durch Reden von Landrat Wägemann, Bürgermeister Fitz, Frau Alscher vom DVG und Frau Silbereisen von der Geschäftsstelle der Gesundheitsregion plus eröffnet. Dabei wurde erläutert, dass es für den Landkreis sehr wichtig sei, ein vielfältiges und therapeutisches Angebot anzubieten. Es gibt gelegentlich auch das Problem, dass Ärzte zu wenig informiert sind und die Betroffenen zu spät Hilfe finden. Deshalb will der Landkreis mit dieser Ausstellung sowie einem zum Thema passenden Theaterstück hier präventiv tätig werden. Des Weiteren ist das Ziel dieser Ausstellung Eltern, Jugendliche, aber auch andere Familienangehörige zu sensibilisieren, die Erkrankung rechtzeitig erkennen. Damit diese dann auch wissen, wohin sie sich wenden können, wird über die Hilfsangebote informiert und der neue kreative Therapieansatz erläutert.

In der Ausstellung erzählen fünf betroffene Mädchen und ein Junge, wie sie die Magersucht besiegt haben. Der Innenkreis der Ausstellung handelt von den Gedanken und Gefühlen der Betroffenen. Dies haben sie in ihrer Therapie auf verschiedene kreative Weisen umgesetzt, wie zum Beispiel durch Musik, die ihre Gefühle beschreibt, Schatzkisten und Collagen. Im Außenkreis werden die Auslöser und Hilfsmöglichkeiten bei Essstörungen erklärt, zusätzlich gibt es noch eine Tafel auf der „Essstörungen bei Jungen“ thematisiert werden, da auch immer mehr Jungen betroffen sind. Deshalb sollte dieses Thema nicht als „Frauensache“ gesehen werden. Das Wichtigste an der Ausstellung war jedoch die potentiell Betroffenen auf dieses Thema aufmerksam zu machen. Daher konnten Schulklassen sich mit den zur Schau gestellten Arbeiten auseinandersetzen. Anschließend bekamen sie die Aufgabe, Fragen zum Thema Magersucht zu beantworten. Doch leider wurde die Thematik, vor allem von Jungs, nicht immer ernst genommen, was auch daran Interessierte teilweise ablenkte. Vielleicht hätten hier noch mehr auf Jungen zugeschnittenen Aspekte behandelt werden müssen. Abschließend muss jedoch gesagt werden, dass diese Ausstellung vielen eine neue Perspektive auf das Thema ermöglichte und hoffentlich dazu beiträgt, Betroffenen rechtzeitig zu helfen.

Emma K.

dav

 

 

Wer ist nun das Monster?

Glöckner
Der Glöckner im Glockenturm

Wer ist nun das Monster, ihr oder ich? Dieses hochaktuelle Lied des missachteten, verspotteten und ungeliebten Quasimodo ist das Finale des Musicals Der Glöckner von Notre Dame, das fünfzig Schülerinnen und Schüler des Simon-Marius-Gymnasiums zusammen mit ihren Begleitlehrerinnen im SI Zentrum in Stuttgart besuchten. Organisiert wurde diese Fahrt wie immer professionell von Frau Schneider.

Nach einer dreistündigen Fahrt kamen wir vor dem weitläufigen Gelände an. In Kleingruppen durften wir uns noch mit Waffeln, Pizza und Brötchen stärken, Fotos machen und die Vorfreude auf das Kommende genießen. Das riesige SI-Zentrum mit seinen Kinos, dem Theater und den vielen Restaurants, Bars und Cafés beeindruckte diejenigen, die zum ersten Mal dabei waren, die „Musical-Erfahrenen“ liefen aber sofort zielstrebig voraus, sodass jeder seine Food oder andere Location fand und sich alle schließlich rechtzeitig am Apollo Stage Theatre trafen.

Mit den Tänzen, dem Gesang und der Darstellungskunst der aufwendig kostümierten Charaktere tauchten wir ein in die faszinierende Welt des missgestalteten Quasimodo und seiner Zeitgenossen aus dem 15. Jahrhundert. Wir lernten die schlechten Umstände kennen, in denen er aufwuchs, und erfuhren, dass er wegen seines Aussehens gezwungen ist, sich vor den Menschen zu verstecken. Aufgrund der eindrucksvollen Darstellung, vor allem der Titelfigur, und der mitreißenden Musik konnten wir nachvollziehen, wie es für ihn ist, ohne Familie oder Menschenfreunde zu leben, denn seine einzigen Ansprechpartner sind die Steinfiguren von Notre Dame, wo er im Glockenturm lebt. Sein tragisches Schicksal nimmt seinen Verlauf, als er sich in die Zigeunerin Esmeralda verliebt, die als einzige nett zu ihm ist. Als Esmeralda wegen angeblicher Hexerei auf dem Scheiterhaufen verbrannt werden soll, schlägt Quasimodos Stunde und er beschließt, das schöne Mädchen zu retten, auch wenn er sich dadurch gegen seinen Lehrmeister, den Domprobst Frollo, stellt.

Trotz des einfachen Bühnenbildes – ein Gerüst aus Holzbalken mit Kirchturmglocken und Statuen an den Seiten sowie einer etwas überflüssigen bewegbaren Treppe – konnte man die Ortswechsel gut nachvollziehen und der Geschichte ohne Probleme folgen. Mit einfachen Bänken wurden Türen, Gefängniszellen und Schränke schlicht, doch für jeden einsichtig dargestellt, wodurch umfangreiche Kulissenumbauten vermieden wurden.

Faszinierend waren für uns die geheimen Freunde des Quasimodo – die Statuen in der Kirche – , die im einen Moment von Menschen gespielt, dann aber wieder von echten Statuen abgelöst wurden.

Noch mit der Musik des letzten Liedes im Ohr machten wir uns wieder auf den Rückweg zu unserem Bus, um dann, über die neuen Eindrücke redend, zurück nach Gunzenhausen zu fahren.

Insgesamt gefiel der Theaterabend uns allen wirklich sehr gut und deshalb wollen wir uns auch bei Frau Schneider bedanken, die diese Musicalfahrt wie jedes Jahr für uns organisiert hat!

Lisa C.

Girls`Day

„Was macht eigentlich eine Industriemechanikerin?“ oder „Was ist eine duale Ausbildung?“ mit diesen Fragen beschäftigten sich die Mädchen die am 26.04.2018 beim Girls` Day  im bfz in Weißenburg waren.

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde, in der jeder seinen Berufswunsch äußerte, stellten uns die Sozialpädagogin Frau Eberle und der Werkstattleiter Herr Müller die Berufe Fachkraft für Metalltechnik und Industriemechaniker vor. Beide Berufe haben eine ähnliche Aufgabe, nämlich die Arbeit an und Wartung von Maschinen. Der Beruf des Industriemechanikers ist jedoch angesehener, da die Ausbildung fast doppelt so lange dauert, wie die einer Fachkraft für Metalltechnik. Für beide Berufe muss man eine duale Ausbildung machen, das bedeutet, dass man sowohl im Betrieb als auch in der Berufsschule ausgebildet wird. Die praktischen Elemente überwiegen, der theoretische Teil findet vorwiegend in der Berufsschule statt. Während dieser Zeit bekommt man auch schon etwas bezahlt.

Danach haben wir uns einem Projekt in der Werkstatt gewidmet. Wir haben nämlich einen kleinen Schmuckbaum selbst gebaut, wofür wir zuerst Löcher in einen vorgefertigten „Baumstamm“ bohren und sowohl in die Grundplatte als auch in diese Löcher ein Gewinde schneiden sollten und zuletzt nur noch alles zusammenbauen mussten. Damit war die Veranstaltung auch schon fast zu Ende, während wir uns noch mit einem kleinen Imbiss stärkten, sprachen wir darüber, was uns an dem heutigen Tag gefallen hat und was man hätte besser machen können.

Emma K.

Frankn lichd nedd am Meer

Das ist der Titel eines Buches von Helmut Haberkamm, der am 20.02.2018 an unsere Schule kam. In der 3. und 4. Stunde erzählte der ehemalige Lehrer  den 8. Klässlern Geschichten aus seinem Leben und las ein paar seiner Gedichte vor.

Neben Erzählungen aus seiner Jugend erklärte er auch Besonderheiten der Mundart. Zum Beispiel, dass Fränkisch weniger Silben hat, emotionaler ist und musikalischer klingt, weshalb er auch der Meinung ist, dass es besser zum Übersetzen von englischen Song-Texten geeignet ist, als klassisches Deutsch. Außerdem haben Dialektwörter oft eine hintergründigere Bedeutung. Der Begriff „Polandi“ stammt aus dem 19. Jahrhundert und bedeutet Diener, da zu dieser Zeit viele italienische Aushilfsarbeiter in Deutschland am Eisenbahnnetz gearbeitet haben, die beleidigend als Polenta-Esser bezeichnet wurden.

Im zweiten Teil seines Vortrags las er einige seiner Gedichte vor, die sich auf, auch traurige, Geschichten aus seiner Kindheit beziehen. In einem davon ging es um eine Geschichte aus seinem Heimatdorf „Dachsbach“. Dort lebte ein Mädchen, dessen Vater ein Gasthaus betrieb, diese lernte einen Jungen kennen, welcher als Helfer auf einer Baustelle arbeitete, aber der Vater wollte, dass seine Tochter einen Mann heiratet, der mehr Geld verdient. Wenige Tage später fand man diesen Jungen tot auf der Baustelle, auf der er gearbeitet hatte. Bis heute weiß man immer noch nicht, wer diesen Jungen damals getötet hat, die meisten Leute glauben natürlich, dass es der der Vater des Mädchens war, was jedoch keiner ausspricht. In dem Dorf gab es auch ein Kriegerdenkmal, auf dem alle Einwohner, die im 2. Weltkrieg gefallen sind, verewigt wurden. Unter ihnen sind auch einige Jugendliche, da der Armee zu dieser Zeit Kämpfer fehlten und sie deshalb auch schon 16-jährige in den Krieg schickten. Hiervon handelt ein weiteres von Haberkamms Gedichten. Er selbst hatte nämlich große Angst davor, dass er in einen Krieg geschickt werden könnte, weshalb er Zivildienst leistete – ganz in unserer Nähe:  im Internat Knabenchors in Windsbach. Um die Stimmung wieder ein wenig aufzulockern trug er uns anschließend ein Gedicht aus dem Bereich Technik vor, das sehr zweideutig klang.

Der gesamte Vortrag war geprägt durch diesen Wechsel von interessanten sowie lehrreichen Aspekten mit witzigen Anekdoten.

Emma K.

 

 

Mein neues Leben in Tansania

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Geschrieben von:

Tim Mummert2

 

 

Über ein Jahr ist es nun her, seitdem meine Familie und ich die Koffer gepackt haben und für drei Jahre nach Tansania gezogen sind. Der Grund für diesen längeren Auslandsaufenthalt ist, dass meine Mutter sich für die Leitung eines Projekts bei der GIZ (Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit) beworben hatte und den Posten auch bekam.

Obwohl wir schon ca. ein halbes Jahr vor der Abreise wussten, was auf uns zukommt, war es doch die ganze Zeit über ein extrem unrealistischer Gedanke, dass ich mein Abitur sieben tausend Kilometer weit weg in Ostafrika machen werde. Als wir hier zu Beginn der deutschen Sommerferien ankamen, hatten mein Bruder und ich ungefähr noch eine Woche bis zum Schulanfang, am 9. August. Doch in der kurzen Zeit habe ich schon gemerkt, wie verschieden das Land im Vergleich zu Deutschland ist. Der erste Punkt wäre da schon gleich das Klima. Tansania befindet sich kurz unter dem Äquator, somit haben wir immer ein tropisch warmes Wetter. Dabei ist es im Juli/August am „kältesten“ mit nur 27-28° Grad, während des tansanischen Sommers (= deutscher Winter) jedoch schwitzen wir hier bei über 30° Grad Celsius und großer Schwüle. Unterbrochen wird dies nur von der kleinen und der großen Regenzeit, was bedeutet, dass es immer wieder wie aus Kübeln schüttet. Im Grunde finde ich es eigentlich ganz schön, wenn nicht ständig das Wetter umschlägt und es mal eine längere Zeit schön bleibt, aber ich persönlich habe das Gefühl, dass die Zeit viel zu schnell vergeht, da es kaum eine Abwechslung gibt.

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Zusätzlich zum Klima sind auch die Lebensumstände sehr anders als in Deutschland. Man sollte kein Wasser aus der Leitung trinken, auch nicht um den Mund nach dem Zähneputzen auszuspülen, und kurze oder längere Stromausfälle gehören zum Alltag dazu. Letzteres ist aber nicht wirklich ein Problem, da zu unserem Haus ein Diesel betriebener Stromgenerator gehört. Auch wegen kleinen Tieren muss man aufpassen, was bedeutet nicht einfach in dunkle Ecken zu greifen, sich wegen Malaria abends gegen Mücken einzusprühen und aufzupassen, dass man im Dunkeln im Garten nicht auf Schlangen tritt. Gesehen haben wir allerdings noch gar keine.

 

Für uns war der erste Monat besonders schwer, da wir uns erst an die neue Umgebung gewöhnen mussten. Damit ist unter anderem auch die Beziehung zwischen den Afrikanern und uns Weißen (Mzungu in Kisuaheli) gemeint. Als „Mzungu“ gelten wir grundsätzlich als reich, was wir ja auch im Verhältnis zu den Tansaniern sind. Als ich zum ersten Mal spazieren ging, wurde ich plötzlich von einem Jungem angesprochen, der meinte „This is Chester Street“ oder irgendetwas in der Art. Kurz darauf fragte er dann „Where is my money“, und das war ganz schön verwirrend. Ich sagte ihm schließlich, dass ich ihm kein Geld schulden würde und ging einfach. Aber auch bei anderen Spaziergängen hupten dann manchmal die Taxifahrer, hielten neben mir an und boten mir ihre Dienste an, aber das ist bis jetzt nur passiert, wenn ich allein unterwegs war. Richtig wohl gefühlt haben wir uns aber erst, als nach ein paar Wochen endlich der Container mit unseren Möbeln ankam. Es war fast wie Weihnachten, als wir endlich wieder unsere eigenen Sachen auspacken konnten.

 

Wie ich schon erwähnte fing am 9. August bereits die Schule an, und diese ist unterschiedlicher zu einer deutschen Schule, als sie nicht sein könnte.

Ich gehe hier in die International School of Tanganjika (IST). Es handelt sich um eine private Schule, deren Schulsystem sehr amerikanisch ausgerichtet ist.

Was mich hier wirklich sehr erstaunt hat, ist die Ausstattung dieser Schule. Während Deutschland sozusagen ein reiches Land ist, besitzt das SMG nur Kasten Computer, was vollkommen ausreicht. Es ist überraschend in eine Schule in Tansania zu gehen und überall nur Apple Computer zu sehen. Tatsächlich braucht jeder Schüler einen eigenen Laptop und verschiedene Accounts in verschieden Systemen. Das meiste läuft über Google, so hat jeder eine E-Mail-Adresse für die Schule. Mit diesem Google account arbeitet man dann auch mit Google Tools, wie google drive (Speicherdatei für documente), google doc (so etwas wie word), und so weiter. Der Vorteil von google docs ist, dass man es „teilen“ kann und somit zwei oder mehrere Personen Zugriff darauf haben. Der Nachteil ist man braucht Internet, um darauf zu arbeiten. Handys sind übrigens nicht verboten, man muss sie auch nicht ausschalten, nur auf lautlos haben und wenn der Lehrer den Eindruck hat, dass man nicht aufpasst, kann er einen verwarnen oder das Handy wegnehmen. Insgesamt funktioniert das sehr gut, die meisten verwenden hier Handy nur, um (nach der Erlaubnis der Lehrer) das Tafelbild abzufotografieren. Dies ist aber nicht allzu oft notwendig! Dazu haben wir nochmal zwei wichtige Programme, managebac und google classroom. Dort posten die Lehrer Schulaufgabentermine, laden Arbeitsblätter hoch und tragen die Noten auf den jeweiligen Schüleraccounts ein. Hier können wir auch unsere fertig geschriebenen Aufsätze hochladen. Die ganze Technik hat sehr viele Vorteile, wenn man z.B. noch einmal etwas nachlesen will, kann man dies von Zuhause erledigen oder bei Fragen kurz einen Lehrer anmailen. Es gibt jedoch auch Nachteile, so können Lehrer, wenn sie vergessen haben Hausaufgaben aufzugeben, einfach eine E-Mail an die Schüler schicken.

Aber nicht nur die Schulausstattung unterscheidet sich groß von der des SMG. Auch die Art der Notenerhebung und der Notengebung sind anders. Zum einem gibt es keine Exen, alle Noten zählen gleich. Es gibt nur 4 verschiedene Kriterien A, B, C und D, die abgefragt werden.

 

In einem Test wird dann entweder eines oder mehrere Kriterien verwendet und auf ein Kriterium kriegst du dann eine Note, wobei 1 Punkt die schlechteste und 8 Punkte die beste ist. Interessant ist auch die Notengebung, während in Deutschland der Durchschnitt zählt, dürfen hier die Lehrer selber entscheiden, welche Note sie dir geben. Das bedeutet nicht, dass sie einem Schüler einfach irgendeine Note geben dürfen. Nein, sie gucken sich alle Noten von dir an, sagen wir mal 6, 7, 5, 3, 6. Dann werden sie merken, dass du durchschnittlich ganz gut bist, abgesehen von dieser 3. Die Lehrer werden dann feststellen, was deine Fehler waren und ob du einfach nicht gelernt hast, oder der Test nur ein Ausrutscher war. Dabei werden sie deine anderen Tests vergleichen und dein sonstiges Verhalten mit einbeziehen. Je nachdem kannst du also immer noch eine 6 bekommen, obwohl der Durchschnitt 4,5 wäre.

Zu guter Letzt sind auch die Art der Schulaufgaben unterschiedlich zu denen des SMG. Während man in Deutschland vor dem Test lernt und diesen dann in 45 Minuten schreibt, sind die Schulaufgaben hier hauptsächlich Aufsätze, die aber zum großen Teil sehr viel mehr praktisch veranlagt sind. In Science (Chemie, Biologie und Physik) zum Beispiel haben wir momentan ein Kriterium B und C, was bedeutet, wir sollen eine Forschungsfrage und eine Hypothese zu verschiedenen chemischen Reaktionen formulieren und dann dazu einen Versuch planen und durchführen. Weitere Beispiele sind Mathematik, wo wir momentan ein Modell einer selbst entwickelten Brücke erstellen müssen (Parabeln). Ein anderes Beispiel ist das Fach IT (Im Grunde Informatik), wo wir eine Website oder eine App programmieren sollen. Auf Nachfrage darf ich sogar einen Computervirus programmieren, den ich aber natürlich keinem schicken darf.

 

Von dem Land Tansania an sich habe ich inzwischen auch schon einiges sehen können.

 

In den Oktoberferien waren wir als erstes auf Sansibar, das eine wirklich schöne Insel ist. Man kann dort super schnorcheln, die Unterwasserwelt ist einmalig. Interessant war auch auf jeden Fall die Besichtigung einer der vielen Gewürzfarmen. Man hat dort sehr viel über die Früchte und vor allem die Gewürze gelernt.

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In den Weihnachtsferien haben wir den Mikumi-Nationalpark Udzungwa Wasserfälle besucht. Von Antilopen bis zu Elefanten war alles dabei, nur Löwen haben wir leider keine mehr gesehen.

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Neben diesen Reisen mit meinen Eltern habe ich aber auch über die Schule viel vom Land erfahren können. Als freiwillige Schulaktivität wird von der Schule das „Duke of Edinburgh International Award“ Programm angeboten, bei dem man auch lernt, sich mit Karten zu orientieren, in der Natur zu campen und sich aus seinem Rucksack zu versorgen. Bei einer erfolgreichen Teilnahme erwirbt man das Silberabzeichen. Hierzu mussten wir zunächst einen dreitägigen Probelauf in den Pugu-Hills in der Nähe von Dar es Salaam absolvieren und schließlich eine dreitägige Tour in den Usambara-Bergen, dort wo auch die Usambara-Veilchen wachsen. Die Pugu Hills waren zwar recht interessant, jedoch hat es die ganze Zeit geregnet, sodass du nass wurdest, aber gleichzeitig extrem geschwitzt hast, weil es einfach nicht kälter wurde. Ein voller Erfolg waren jedoch die Usambara Berge, die sehr viel schöner waren. Es war eine eindrucksvolle Pflanzen- und Tierwelt und eine klasse Aussicht aus 1800 Metern Höhe.

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Doch die beste Hiking Tour war bis jetzt die von meiner Schule während der ESP Woche. ESP bedeutet „External School Program“ und ist im Grunde eine Klassenfahrt, die jedes Jahr von der 6 bis zur 12 Jahrgangsstufe stattfindet. Das Coole daran ist, dass wir uns aus mehreren Möglichkeiten eine aussuchen können. So wurden neben Hiking Touren auch ein Fotografie-Ausflug, Mountain Biking und noch einige andere Events angeboten. Ich hatte mich für die Wanderung in Ngorongoro angemeldet und es war wirklich einmalig. In diesem Gebiet waren früher sehr viele Vulkane, die sich dann bei einem Ausbruch selbst in die Luft gesprengt und kleinere und größere Krater hinterlassen haben. Dort sind wir dann also an einem Krater und einem immer noch aktiven Vulkan vorbei-gelaufen. Die Aussicht an allen drei Tagen war einfach nur unbeschreiblich. Von allem, was ich von Tansania inzwischen alles gesehen habe, war das bei weitem das Eindrucksvollste und Schönste.

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Natürlich vermissen wir einiges von Deutschland, hauptsächlich das gute Essen, das es nur in Deutschland zu kaufen gibt: Weißwurst, Currywurst, Brezen und einfach die große Auswahl an Fleisch und Backwaren bei den Metzgern und Bäckern. Jedes Mal, wenn meine Mutter wieder in Deutschland ist, geben wir ihr eine große Liste mit an Sachen, die sie unbedingt mitbringen soll. Was mir und meinem Bruder vor allem auf die Nerven geht, ist, dass man nicht rauskommt. In Deutschland konnte man jederzeit in den Wald gehen oder mit Freunden auf dem Fahrrad herumfahren. Das alles ist hier in Tansania und besonders in dessen größter Stadt natürlich nicht möglich, da es als Mzungo immer noch gefährlicher ist als in Deutschland. Man kann schon rausgehen, aber die ganze Zeit herumfahren ist nicht empfehlenswert und außerdem kann man sich Dar es Salaam nicht wirklich wie Nürnberg vorstellen, wo es eine Altstadt gibt und wo man Eis essen und shoppen gehen kann. Eine wirkliche Innenstadt gibt es hier nicht und die Straßen sind voller Schlaglöcher und ohne irgendwelche Verkehrsregeln, wie Geschwindigkeitsbegrenzungen o.Ä. Deswegen verbringt man nachmittags auch sehr viel Zeit in verschiedenen Nachmittags-AGs der Schule. Ich, zum Beispiel, habe dreimal in der Woche Schwimmen, einmal Jazz Ensemble und Konzert Band, dann das Jugendprogramm „The Duke of Edinburgh’s International Award“ und Tanzania Jenga.

 

Tansania ist ein faszinierendes Land mit vielen Wundern und doch auch mit einer erschreckenden Armut und nicht allzu schönen Fakten. Hier zu leben ist ein riesengroßer Unterschied zu dem, was ich in Deutschland kannte, auch die Umgangsformen mit den anderen Menschen. Ich sage nicht, dass es schlechter ist, ich sage auch nicht, dass es besser ist. Es eine interessante Lebensweise, bei der so viele unterschiedliche Kulturen, Herkünfte, Religionen und Glaubensrichtungen miteinander auskommen. Klar ist, dass ich bei meiner Rückkehr in knapp zweieinhalb Jahren noch viel mehr zu erzählen haben werde.