Frankn lichd nedd am Meer

Das ist der Titel eines Buches von Helmut Haberkamm, der am 20.02.2018 an unsere Schule kam. In der 3. und 4. Stunde erzählte der ehemalige Lehrer  den 8. Klässlern Geschichten aus seinem Leben und las ein paar seiner Gedichte vor.

Neben Erzählungen aus seiner Jugend erklärte er auch Besonderheiten der Mundart. Zum Beispiel, dass Fränkisch weniger Silben hat, emotionaler ist und musikalischer klingt, weshalb er auch der Meinung ist, dass es besser zum Übersetzen von englischen Song-Texten geeignet ist, als klassisches Deutsch. Außerdem haben Dialektwörter oft eine hintergründigere Bedeutung. Der Begriff „Polandi“ stammt aus dem 19. Jahrhundert und bedeutet Diener, da zu dieser Zeit viele italienische Aushilfsarbeiter in Deutschland am Eisenbahnnetz gearbeitet haben, die beleidigend als Polenta-Esser bezeichnet wurden.

Im zweiten Teil seines Vortrags las er einige seiner Gedichte vor, die sich auf, auch traurige, Geschichten aus seiner Kindheit beziehen. In einem davon ging es um eine Geschichte aus seinem Heimatdorf „Dachsbach“. Dort lebte ein Mädchen, dessen Vater ein Gasthaus betrieb, diese lernte einen Jungen kennen, welcher als Helfer auf einer Baustelle arbeitete, aber der Vater wollte, dass seine Tochter einen Mann heiratet, der mehr Geld verdient. Wenige Tage später fand man diesen Jungen tot auf der Baustelle, auf der er gearbeitet hatte. Bis heute weiß man immer noch nicht, wer diesen Jungen damals getötet hat, die meisten Leute glauben natürlich, dass es der der Vater des Mädchens war, was jedoch keiner ausspricht. In dem Dorf gab es auch ein Kriegerdenkmal, auf dem alle Einwohner, die im 2. Weltkrieg gefallen sind, verewigt wurden. Unter ihnen sind auch einige Jugendliche, da der Armee zu dieser Zeit Kämpfer fehlten und sie deshalb auch schon 16-jährige in den Krieg schickten. Hiervon handelt ein weiteres von Haberkamms Gedichten. Er selbst hatte nämlich große Angst davor, dass er in einen Krieg geschickt werden könnte, weshalb er Zivildienst leistete – ganz in unserer Nähe:  im Internat Knabenchors in Windsbach. Um die Stimmung wieder ein wenig aufzulockern trug er uns anschließend ein Gedicht aus dem Bereich Technik vor, das sehr zweideutig klang.

Der gesamte Vortrag war geprägt durch diesen Wechsel von interessanten sowie lehrreichen Aspekten mit witzigen Anekdoten.

Emma K.

 

 

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