„Der Schatz von Joharan“ – Puppentheater der P-Seminare Deutsch und Kunst

Ohne Smartphones, Laptops oder Tablets fühlen sich junge Menschen heutzutage von der Welt abgeschieden. Sie wissen nicht, wie sie sich die Zeit anderweitig vertreiben sollen. Kaum jemand würde mehr auf die Idee kommen, sich vor dem Kamin sitzend Märchen zu erzählen. Aber was tun, wenn beispielsweise der Zug unerwartet Verspätung hat und der Akku mal wieder leer ist? Eine solche Situation haben die Schülerinnen des P-Seminars Deutsch am Simon-Marius-Gymnasium als Einstieg genommen, um ein beeindruckendes Puppenspiel in Anlehnung an die Märchen aus 1001 Nacht zu verfassen und inszenieren. Die Puppen, Requisiten und auch Bühnenbilder wurden vom P-Seminar Kunst entworfen und gestaltet. Nach einjähriger Vorbereitungszeit unter Anleitung der Lehrerinnen Frau Altmann (Kunst) und Frau Seidenath (Deutsch) wurde „Der Schatz von Joharan“ nun eine Woche lang vor insgesamt ca. 350 Grundschülern aus den benachbarten Schulen vorgeführt.

 

Das Spiel beginnt vor der Bühne: Ein Mädchen, dessen Handy-Akku gerade leer geworden ist, und eine Frau aus dem Orient warten zusammen auf den gleichen Zug, der jedoch laut Ankündigung über eine Stunde Verspätung haben wird. Nach anfänglichem Desinteresse lässt sich das Mädchen dazu überreden, einer Geschichte der Frau zuzuhören, woraufhin das Puppenspiel beginnt. Im Laufe des Stücks wird die Geschichte immer wieder von den beiden auf humorvolle und charmante Art unterbrochen, um über den bisherigen Verlauf zu diskutieren und das Publikum miteinzubeziehen. Das Märchen selbst handelt von einem gierigen Sultan im fernen Morgenland, welchem nur noch ein einziger Schatz zum unermesslichen Reichtum fehlt. Diesen kann er jedoch nur bekommen, wenn er ein ihm gestelltes Rätsel löst, wie es sich für ein Märchen aus 1001 Nacht eben gehört. Da ihm dies aber nicht möglich ist, lässt er die Aufgabe im ganzen Reich verkünden und verspricht dem, der das Rätsel löst, Belohnung. Kasima, eine junge Frau, kennt die Lösung, woraufhin ihr Ziehvater Nuri in den Palast des Sultans geht, um die Belohnung zu erhalten. Doch der durchtriebene Sultan erkennt, dass der arme Töpfer niemals allein die Aufgabe gelöst haben kann und findet heraus, dass es dessen Adoptivtochter Kasima war, weshalb er sie zur Frau nehmen will, um endlich den Schatz zu erlangen. Diese hat jedoch in der Zwischenzeit den Reiter Ibrahim getroffen und sich in ihn verliebt. In einem spannenden Kamelrennen zwischen dem Sultan und dem Reiter, das mit Lichtern und Musik toll untermalt wurde, entscheidet sich schließlich, wer Kasima zur Frau nehmen darf. Es gewinnt der Reiter, der auch versteht, dass Kasima selbst der wahre Schatz ist. Um das Happy End perfekt zu machen, entpuppt sich Ibrahim schließlich noch als Prinz.

Die Puppen, Requisiten sowie das Bühnenbild wurden allesamt in mühevollster Kleinarbeit und mit viel Liebe zum Detail und kreativen Ideen von den Teilnehmern des P-Seminares Kunst gestaltet, welche mit ihrer Arbeit vollkommen überzeugten.

In insgesamt sechs Vorstellungen, die jeweils über eine Stunde dauerten, schafften es die Zwölftklässlerinnen mit dem selbstgeschriebenen Puppenspiel jedes Mal, die volle Aufmerksamkeit der jungen Zuschauer zu erlangen und sie begeistert miteifern zu lassen. So wiegten sie sich zur orientalischen Musik, feuerten den Prinzen beim Kamelrennen an und buhten den Sultan aus. Auf die Frage hin, was für die jungen Zuschauer denn der größte Schatz sei, antwortete am Schluss niemand mehr mit „Handy“ oder „Computer“. Stattdessen war die Rede von Familie, Freunden und Liebe, was die anwesenden Lehrer dann doch erstaunte. Beim anschließenden Blick hinter die Bühne konnten sie Fragen stellen und die Spielerinnen kennen lernen. Ihre Rückmeldungen zeigten, wie aufmerksam sie zugesehen und gehört hatten: „Es war cool mit den Lichterketten, dass die Farbe sich immer geändert hat“, „Mir hat gefallen, dass das Märchen völlig neu war“, „Die Puppen waren schön und ich fand’s lustig, wie sie sich bewegt haben“, „Ich fand das Kleid von Kasima schön“.

Für die Abiturientinnen lässt sich ihr Projekt, in das eine Menge Zeit und Kraft investiert wurde, als voller Erfolg verbuchen. Die begeisterten Schüler und Schülerinnen, die mit strahlenden Augen die Aula des SMG verließen, waren Anerkennung genug für die Mühen.

 

Alicia Stieglitz und Lisa Conrad

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